Zwischen Autonomie und Gemeinschaft, globalen Erfahrungen und queeren Zeitreisen: west off 2025 bringt drei außergewöhnliche Performances auf die Bühne. Die Plattform für junge Kunst aus der Region lädt dazu ein, in Köln, Bonn und Düsseldorf das Politische im Persönlichen zu entdecken.

Evgenija Gerciu testet in ihrer Performance Selbst die Grenzen der Eigenständigkeit aus: Wo stehen wir alleine und wo brauchen wir Gemeinschaft? It's not what you think, allow me to clarify von Yasmine Calasse eröffnet einen Dialog über Flucht und Einwanderung jenseits von Stereotypen. queering of age von feige glanz & fervor lädt zu einer Zeitreise ins queere Aufwachsen der 1990er bis 2010er Jahre ein. 

Die Produktionen werden getragen vom Theater im Ballsaal Bonn, dem FFT Düsseldorf und der studiobühneköln. Rika Sakalak betreut als Dramaturgin und Koordinatorin die diesjährige Ausgabe. 

Evgenija Gerciu

↪︎Performance

Wie schön ist es, zu wissen, dass man alles selbst schaffen kann? Kaputtes reparieren, allein wohnen, arbeiten, entscheiden. Aber wann schlägt bei aller Autonomie das gute Gefühl um? Denn wie schön ist es, mit anderen zu arbeiten, zu lachen, zu machen. In ihrer Performance testet Evgenija Gerciu die Vorzüge und Grenzen der Eigenständigkeit aus. Wo stehen wir allein und wo finden wir helfende Hände? Wo ist die Gruppe, die das Kind erzieht – oder wenigstens beim Umzug hilft? Zwischen performativer Alltagsverarbeitung und den selbstständigen Aspekten des Theatermachens werden Themen wie Nachbarschaft, Individualismus und die Suche nach Gemeinschaft verhandelt.

Evgenija Gerciu studiert Theaterwissenschaft und Russische Kultur an

der Ruhr-Universität Bochum. In ihrer Arbeit als Theaterpädagogin unter-

sucht sie die Potenziale des Zusammenspiels zwischen Individualität und

Gemeinschaft. Ihr Fokus liegt auf den Bereichen Regie, Szenografie und

Theaterpädagogik liegt. In ihren Arbeiten verbildlicht sie humorvoll, was

ihr im Alltag begegnet – Gefühle, soziale Strukturen und Träumereien.

Genre Performance

Dauer ca. 60 Minuten

Sprache Deutsch

Konzept, Regie, Performance Evgenija Gerciu

Sound und Technikunterstüzung Vito Oliveira Azevedo

Outside Eye Elisavet Kenanoglou

Yasmine Calasse

↪︎Tanz

It’s not what you think, allow me to clarify ist ein Tanzstück, das einen Dialog über Umsiedlung, Flucht und Migration eröffnet – insbesondere für Menschen aus Entwicklungsländern und People of Color in Zeiten verschärfter Einwanderungspolitik. Das Stück lenkt den Blick auf „die andere Hälfte unserer Realität“ – auf Menschen aus zerstörten Nationen, die sich von kolonialen Unruhen und korrupter Führung erholen und dabei einen Keim von Potenzial, Ressourcen und Neubeginn in sich tragen. Yasmine Calasse beschäftigt sich konsequent mit den Folgen des Kolonialismus und nimmt mit ihrem Team eine differenzierte Perspektive auf das Thema Migration ein, entlarvt Stereotype und hinterfragt die Logik des „White Saviourism“.

Yasmine Calasse ist eine südafrikanische zeitgenössische und Hip- Hop-Tänzerin, ausgebildet in der Dance Factory in Johannesburg und dem Peridance Center in New York City. Sie ist stark beeinflusst von der Streetdance-Szene, was sich nicht zuletzt im politischen und sozialen Bewusstsein ihrer Arbeiten zeigt. Als Choreografien arbeitet sie mit anderen Künstler*innen wie z.B. Willie Stark zusammen. Yasmine Calasse ist Co-Produzentin von AFIA und Gründerin von ReIgnite Sessions.

Genre Tanz

Dauer 45-50 Minuten

Sprache Englisch

Konzept und künstlerische Leitung Yasmine Calasse

Choreographie Yasmine Calasse

Tänzer*innen Lucas Lopes Pereira, Lucy Titilayo Steinfeld, Yasmine Calasse

Rap-Künstler Lucretius Masanga

Bühnenbild Nthabiseng Malaka

Design und Illustration Balekane Legoabe

Musikkomposition Stephan Bormann

Produktionsassistenz Sophie Cramer

feige glanz & fervor

↪︎Relaxed Performance

queering of age lädt dazu ein, autofiktionale Texte, Erinnerungen und Reflexionen über queeres Aufwachsen in den 1990er, 2000er und 2010er Jahren in Westdeutschland und im Süden Brasiliens zu erleben. Zwischen Teenager-Zeitschriften, Popmusik und Filmzitaten entstehen erzählerische Räume über Begehren, Selbstentwürfe und Unsichtbarkeit. feige, glanz & fervor vereinen verschiedene Körperlichkeiten, kulturelle Hintergründe und Sprachen. Das Kollektiv arbeitet an der Schnittstelle von Text, Raum und Erinnerung, mit Fokus auf queere Perspektiven und intersektionale Zugänglichkeit. Popkultur und Queerness prägen ihre Ästhetik; Freund*innenschaft und Neugier motivieren ihre Prozesse.

feige glanz & fervor arbeitet an der Schnittstelle von Text, Raum und Erinnerung, mit Fokus auf queeren Perspektiven und intersektionaler Zugänglichkeit. Das Kollektiv wurde von den Theatermacher*innen Cosmo Glanc, Mareike Fiege und Marina Fervenza gegründet, die sich im Masterstudiengang Szenische Forschung an der Ruhr-Universität Bochum kennengelernt haben.

Genre Relaxed Performance

Dauer ca. 90 Minuten

Sprache Deutsch

Performance, Regie und dramaturgische Komposition Marina Fervenza, Mareike Fiege, Cosmo Glanc

Bühnen- & Kostümbild, Inside Eye Dženny Samardžić

Produktion feige glanz & fervor

Technische Betreuung, Sound Design, Outside Eye Vito Oliveira Azevedo

Social Media & Grafik Liz Pfannenschmidt

Dramaturgische Beratung Yasmine Calasse

Awareness Club Care Crew

Beratung Relaxed Performance Lea Gockel

Studiobühne

Köln

Freitag, 07.11.2025 | 20:00 Uhr | Premiere

Yasmine Calasse: It’s not what you think, allow me to clarify


Samstag, 08.11.2025 | 20:00 Uhr | Premiere

feige glanz & fervor: queering of age


Sonntag, 09.11.2025 | 18:00 Uhr | Premiere

Evgenija Gerciu: Selbst


Sonntag, 09.11.2025 | 20:00 Uhr

Yasmine Calasse: It’s not what you think, allow me to clarify

Theater im 

Ballsaal Bonn

Donnerstag, 13.11.2025 | 20:00 Uhr

Evgenija Gerciu: Selbst


Freitag, 14.11.2025 | 20:00 Uhr

Yasmine Calasse: It’s not what you think, allow me to clarify


Samstag, 15.11.2025 | 20:00 Uhr

feige glanz & fervor: queering of age


FFT Düsseldorf

Freitag, 12.12.2025 | 19:00 Uhr

feige glanz & fervor: queering of age


Freitag, 12.12.2025 | 20:30 Uhr | Special

Cheers for fears: Showcase


Samstag, 13.12.2025 | 19:00 Uhr

Evgenija Gerciu: Selbst


Samstag, 13.12.2025 | 20:30 Uhr

Yasmine Calasse: It’s not what you think, allow me to clarify


Samstag, 13.12.2025 | 22:00 Uhr | Special

RuhrgebietsSpatzen: GenderGaGa

Team


Dramaturgie & Koordination Rika Sakalak

Leitung Svenja Pauka (Theater im Ballsaal), Christoph Rech (FFT

Düsseldorf), Stawrula Panagiotaki, Tim Mrosek (studiobühneköln)

Presse & Öffentlichkeitsarbeit Claudia Grönemeyer (Theater im Ballsaal)

Technische Leitung Pascal Gehrke

Gestaltung Katja Lotter

Förderung

west off 2025— Theaternetzwerk Rheinland wird gefördert durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen und die Kulturämter der Städte Bonn, Düsseldorf und Köln.