Die Zukunft.

Vor uns die Klippe – Abgrund oder Absprung? Im Hier und Jetzt, zu gleichen Teilen im Theater und der Welt, in der Kunst und der Wirklichkeit, entwickelt sich die subversive Kraft einer neuen Generation, die mit eigenen Regeln auf unsere Gegenwart blickt: Sie halten die Zeit an, treiben einen Keil zwischen Verlangen und Befriedigung und finden in Mikropratikeln unseres Alltags Antworten.

Die drei eigens für west-off entwickelten Produktionen werden gemeinsam präsentiert von den Partnerhäusern theaterimballsall Bonn, studiobühneköln und FFT Düsseldorf. Frauke Meyer, Norman Grotegut und Michael Maurissens begleiten in dieser zehnten west-off-Ausgabe die jungen Theatermacher*innen als Mentorinnen.

Locu&Ruth
Still Standing

 

Locu&Ruth stehen einfach rum. Für lange Zeit. An unterschiedlichen Orten. Regungslos. Sie okkupieren mit beiden Füßen ein Stückchen Erde und lassen geschehen. Eine Leere öffnet sich. Ein Potential unendlicher Handlungsmöglichkeiten entsteht.

Mit einer Filmkamera dokumentieren Locu&Ruth ihre Standorte systematisch. Permanent und kurzfristig. Ortsansässige fügen sich zu einer Szene mit ungewissem Ausgang zusammen. Feinfühlig oder brachial.

Still Standing ist eine aktuelle Bestandsaufnahme zwischen Alltäglichkeit und Großereignissen, Absurdität und Ernsthaftigkeit, Projektion und Live-Performance, Hingabe und Zerstörung, Erzählung und Wiederholung, Stillstand und Action. Hier und Jetzt.

Marlene Ruther studierte Politik- und Theaterwissenschaft und zurzeit Szenische Forschung in Bochum. Ihr Interesse gilt der Schnittstelle von Ökologie und Kunst. Locuratolo studierte soziale Arbeit und Development Management u.a. in Kapstadt, Ecuador, Argentinien, Israel, Russland, lernte Improvisation und Performance in Freiburg und studiert zurzeit Freie Kunst. Sie positioniert sich als filmische Malerin und Skulptur im öffentlichen Raum. Die Leidenschaft für exzessives Rumstehen hat Locu&Ruth zusammengeführt und bildet seit Juni 2018 den Mittelpunkt ihrer ersten gemeinsamen Arbeit.

Mit: Marlene Ruther und Locuratolo / Mentor: Michael Maurissens / Foto: Locu&Ruth

äöü
Aus dem Innenleben eines Staubsaugerbeutels

 

Überall Staub. In den Ritzen der Computertastatur, auf den Blättern der Yucca-Palme, im Gewebe unseres chicsten Fummels. Egal wie oft wir ihn entfernen, er kommt wieder und erinnert uns daran, wie alles Lebendige zu Staub wird und Staubsaugerbeutel um Staubsaugerbeutel füllt. äöü nimmt dieses schmutzige, graue und kleinteilige Archiv unseres Alltagslebens unter die Lupe und präsentiert im Staubsaugerbeutel des Fabrikats "Black Box" ein Stück über die ganz großen Fragen von Form und Inhalt, Leben und Tod, Lohnarbeit und Geschlecht, Magie und Ingenieurswesen.

Patricia Bechtold und Johannes Karl gründeten 2018 das Kollektiv äöü. Mit den Mitteln von Theater, Performance und Installation begeben sie sich auf die Suche nach neuen Erzählformen und -räumen, zersetzen, collagieren und animieren Elemente und Einflüsse aus Sprache, Kunst, Alltag und Theorie. Ihre Arbeiten wurden bereits zu verschiedenen Festivals eingeladen, unter anderem zum Zeitzeug_Festival Bochum und zum HTA-Tag in Frankfurt am Main.
aeoeue.de

Konzept + Performance: äöü (Patricia Bechtold, Johannes Karl) / Bühne + Kostüm: Eunsung Yang / Dramaturgie: Franziska Schneeberger / Mentorin: Frauke Meyer / Spezialeffekte: Carlos Franke / Foto: äöü
Gefördert durch die Hessische Theaterakademie, das Institut für Angewandte Theaterwissenschaft Gießen und das Kulturamt der Stadt Gießen.

kollektiv.plakativ
All I need
oder "Das ist das Gleiche nur in Gold"

Was brauchen wir? Wonach lechzen wir? Ohne was können wir nicht sein in dieser Welt grenzenloser Wünsche und hemmungsloser Ausnutzung aller Ressourcen. Das Leben ist eine dionysische Reise zwischen Verlangen und Befriedigung, Rausch und dem Kater danach. Greift zu, so lange noch was vom Kuchen da ist! Fresst bis ihr kotzen müsst! Oder ist weniger mehr? Stillt Askese das Verlangen? Und all you need is love?

kollektiv.plakativ entwickelt ein ekstatisches Bild des Wollens und Haben-Könnens und stellt zur Diskussion, was wir wirklich brauchen: als Individuen, als Vertreter einer Generation, als Frauen, Männer, Künstler*innen, Europäer*innen, als Menschen.

Die Schauspieler*innen Olja Artes, Alina Rohde und Alessandro Grossi gründeten in diesem Jahr das kollektiv.plakativ. Sie hinterfragen gesellschaftliche Konstrukte und zwischenmenschliche Mechanismen mit unterschiedlichen theatralen Mitteln und Herangehensweisen. Dabei nutzen sie die vielfältigen Möglichkeiten und Energien des chorischen Sprechens. Parallel arbeiten sie freiberuflich als Schauspieler*innen und Dozent*innen für Schauspiel.

Text + Regie: kollektiv.plakativ / Mit: Olja Artes, Alessandro Grossi, Alina Rohde / Choreografie: Sara Peña / Mentor: Norman Grotegut / Foto: @olle.l.olle

theaterimballsaal Bonn

Mittwoch / 23. Oktober / 20 Uhr
Locu&Ruth: Still Standing
im Anschluss Publikumsgespräch

Donnerstag / 24. Oktober / 20 Uhr
Locu&Ruth: Still Standing

Freitag / 25. Oktober / 20 Uhr
kollektiv.plakativ: All I need

Samstag / 26. Oktober / 20 Uhr
äöü: Aus dem Innenleben eines Staubsaugerbeutels

 

studiobühneköln

Freitag / 15. November / 20 Uhr
äöü: Aus dem Innenleben eines Staubsaugerbeutels

Samstag / 16. November / 20 Uhr
Locu&Ruth: Still Standing

Sonntag / 17. November / 20 Uhr
kollektiv.plakativ: All I need

 

FFT Düsseldorf

Donnerstag / 9. Januar 2020 / 19.30 Uhr
kollektiv.plakativ: All I need

Donnerstag, 9. Januar 2020 / 21.00 Uhr
Follow Us: Nora oder ein Altenheim*

Freitag / 10. Januar 2020 / 19.30 Uhr
äöü: Aus dem Innenleben eines Staubsaugerbeutels

Freitag / 10. Januar 2020 / 21:00 Uhr
Follow Us: Nora oder ein Altenheim*

Samstag / 11. Januar 2020 / 19.30 Uhr
Locu&Ruth: Still Standing

Samstag / 11. Januar 2020 / 21.00 Uhr
Saskia Rudat: Defining (i) dentity olo dentity oio dentity (I) dentity*

 

*In Düsseldorf wird das west-off-Programm um zwei bemerkenswerte Positionen junger Künstlerinnen ergänzt: Nora oder ein Altenheim ist der Züricher Beitrag zur internationalen Freischwimmen-Plattform und überträgt Ibsens Ikone der Emanzipation an den Ort des Lebensabends. Saskia Rudat, west-off-Teilnehmerin in 2015, stellt in ihrer Solo-Performance komisch und klug zugleich die starren Zuschreibungen von Geschlecht und Identität in Frage.

theaterimballsaal Bonn
Frongasse 9, 53121 Bonn
theater-im-ballsaal.de

studiobühneköln
Universitätsstraße 16a, 50937 Köln
studiobuehnekoeln.de

FFT Düsseldorf
Kasernenstraße 6, 40213 Düsseldorf
0211 - 87 67 87-0
fft-duesseldorf.de

Archiv

2010 / 2011 / 2012 / 2013 / 2014 / 2015 / 2016 / 2017 / 2018

Impressum

FFT Düsseldorf, Jahnstraße 3, 40215 Düsseldorf / Geschäftsführung: Kathrin Tiedemann / Redaktion, Dramaturgie + Projektkoordination: Christoph Rech (FFT Düsseldorf), Dietmar Kobboldt (studiobühneköln), Svenja Pauka (theaterimballsaal) / Gestaltung: Slothrop.eu / Presse + Öffentlichkeitsarbeit: Claudia Grönemeyer (theaterimballsaal) / Technische Leitung: Pascal Gehrke / west off 2019 — Theaternetzwerk Rheinland wird gefördert durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen und die Kulturämter der Städte Bonn, Düsseldorf und Köln

Logo NRWLogo Stadt DüsseldorfLogo Stadt Bonnköln

Aus dem Innenleben eines Staubsaugerbeutels wird gefördert durch die Hessische Theaterakademie, das Institut für Angewandte Theaterwissenschaft Gießen und das Kulturamt der Stadt Gießen. All I need wird gefördert durch RAMPE e.V.

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